Diabetisches Fußsyndrom

Diabetisches Fußsyndrom - Was ist das?

Ein diabetisches Fußsyndrom ist eine der am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Dabei kann eine Schädigung der Nerven des Fußes entstehen, die zu schmerzlosen Druckgeschwüren führt. Ebenso kann eine Schädigung der Blutgefäße des Fußes auftreten, welche zu Durchblutungsstörungen führt. Oft treten beide Schädigungen zusammenhängend auf. Etwa 15 % der Diabetiker entwickeln im Laufe ihres Lebens aufgrund Ihrer Erkrankung schmerzlose, schlecht heilende Wunden an den Füßen. Da sich der Gesundheitszustand häufig fortschreitend verschlechtert, wird die Sterblichkeit stark erhöht. Für Diabetespatienten besteht ein lebenslanges Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom von 25 Prozent.

Diabetisches Fußsyndrom

Betroffenen nehmen Schmerzen an den Füßen gar nicht oder nur eingeschränkt wahr. Das liegt daran, dass viele unter der Nervenerkrankung Polyneuropathie leiden. Dabei können unter anderem Taubheitsgefühle der Grund dafür sein, dass keine Schmerzen wahrgenommen werden. Insgesamt sind 30-40 Prozent der Diabetiker davon betroffen. Doch wie lässt sich ein diabetisches Fußsyndrom rechtzeitig erkennen und vermeiden? Doch dazu sollte man zuerst über die Entstehungsursachen informiert sein.

Ursachen

Wunden am Unterschenkel oder am Fuß sind Ursachen für ein diabetisches Fußsyndrom. Wenn diese nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen abheilen, kann ein diabetisches Fußsyndrom in manchen Fällen nicht verhindert werden. Ursachen sind oft Durchblutungsstörungen oder eine diabetesbedingte Nervenschädigung (Polyneuropathie). Die Wunden entstehen unbemerkt bei kleinen Unfällen. Aber auch bei falscher Fußpflege, oder sogar durch Anstoßen der Zehenspitzen im Schuh oder gegen Kanten.

Folgen

Folgen können Fehlhaltungen des Fußes sein oder Störungen im Bewegungsablauf. Ebenso kann sich eine Hornhaut mit Schwielen bilden. Schwielen sind lokale Hornhautverdickungen, die durch dauerhaften Druck des Schuhs auf dieselbe Körperstelle entstehen. Brechen diese Schwielen auf, können kleine Wunden entstehen, die sich mit Bakterien infizieren. Diese wiederum können zu Geschwüren auswachsen. Die Haut wird trocken und rissig. Auch hier besteht die Gefahr, dass offene Wunden entstehen. Im schlimmeren Fall kann die Nervenschädigung auch zu Verformungen des Fußes und des Fußskeletts führen. Das ist eine andere Form des diabetischen Fußsyndroms. Sie wird auch als Charcot-Fuß bezeichnet. Dabei kommt es zur Knochenauflösung der Fußgelenke. Die Folge sind akute und chronische Veränderungen, bis hin zu Gelenkversteifungen. Für die Gelenkversteifungen sind vor allem kleine Knochenbrüche verantwortlich. Diese werden aber aufgrund der Nervenerkrankung (Polyneuropathie) oft nicht wahrgenommen, da das Schmerzempfinden gestört ist.

Diabetisches Fußsyndrom - Behandlung

Eine Therapie des diabetischen Fußsyndroms verläuft oft sehr schwierig und ist aufwendig. Es können je nach auftreten der Symptome Antibiotika zum Einsatz kommen. Ebenso werden Maßnahmen eingeleitet, die die Durchblutung fördern sollen. Selbst Operationen können die Folge einer Behandlung werden. Physiotherapeutische Übungen oder Neuroleptika können ebenfalls zum Einsatz kommen. Eine Therapie erfordert meist die Einbeziehung einer Fußambulanz. In der Zeit wird der Patient von Orthopäden, Gefäßspezialisten und anderen Ärzten betreut. Diabetikern wird dann der richtige Umgang bei der Pflege der Füße gezeigt und erklärt.

Ziele der Behandlung

  • Die Blutzuckerwerte werden vom Arzt optimal eingestellt. Hohe Blutzuckerwerte und Blutfette sowie ein erhöhter Blutdruck verursachen Schäden an Blutgefäße und Nerven.
  • Bei Durchblutungsstörungen werden Mittel zur Blutverdünnung empfohlen.
  • Bei noch gesunden Füßen wird vom geeignetes Schuhwerk empfohlen und Gehtraining geschult.
  • Enge Gefäßstellen können geweitet werden. Wenn nötig, kann ein Bypass gelegt werden.

So lässt sich ein diabetisches Fußsyndrom vermeiden

Das diabetische Fußsyndrom kann durch eine richtiges Schuhwerk, intensive Fußpflege und eine optimale Blutzuckereinstellung vermieden werden.

Richtiges Schuhwerk

Jeder Diabetespatient sollte richtige Schuhe besitzen, um das diabetische Fußsyndrom zu vermeiden. Die Schuhe sollten nicht drücken und keine anderen Unannehmlichkeiten bereiten. Betroffene sollten hier auf Einlagen und Polster achten, damit keine Druckstellen entstehen. Lieber ein paar Euro mehr ausgeben und eine weitere Folgeerkrankung vermeiden. Bei Schuhwerk sollten Diabetiker folgendes Dinge beachten:

  • Die Schuhe dürfen nicht zu eng an den Füßen anliegen
  • Die Zehen sollten vorne nicht an den Schuhen anliegen. 1 cm Freiraum sollten noch vorhanden sein
  • Es sollten Einlagen in den Schuh passen, ohne dass dann der Schuh zu eng wird
  • Die Einlagen sollte man in bestimmten Zeitabständen gewechselt werden
  • Es sollte kein Druck auf eine bestimmte Stelle spürbar sein
  • Eventuell können vom Arzt Weichpolstereinlagen  verschrieben werden
  • Man legt sich extra Diabetesschuhe zu. Diese sind besser geeignet als normale Schuhe (im Fachgeschäft nachfragen). Bei Verschreibung übernimmt die Krankenkasse in der Regel alle 12 Monate die Kosten für neue Diabetesschuhe.
  • Socken sollten einen möglichst hohen Baumwollanteil haben
  • Der Sockenbund sollte nicht zu eng am Fuß sitzen

Fußpflege

  • Die Füße sollten täglich gründlich inspiziert werden
  • Jede kleine Auffälligkeit sollte ernst genommen werden (Risse, Druckstellen, Wunden)
  • Socken mit hohem Baumwollanteil benutzen und täglich wechseln
  • Schwielen von einem geschulten Fußpfleger entfernen lassen
  • Bei Verletzungen umgehend den Arzt aufsuchen
  • Füße regelmäßig einfetten. Salben und sollten viel Fett enthalten. Aber keine Emulgatoren, parfümierten Zusätze und Konservierungsstoffe.
  • Betroffene sollten jeden Tag die Füße waschen (nicht heiß, ca. 37°C)

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